Projekthintergrund


IT-basierte Wissensarbeit ist überwiegend sitzende Tätigkeit, zumeist in Projekten organisiert mit häufig wechselnden Personenkonstellationen, feste Arbeitszeiten gibt es kaum noch, der Arbeitsort ist nicht mehr eindeutig definiert, die Grenzen zwischen Arbeitswelt bzw. Betrieb und privater Lebenswelt lösen sich immer mehr auf.


Dieser Strukturwandel bleibt nicht ohne Folgen für die Art und das Ausmaß gesundheitlicher Belastungen. Klassische Gefährdungen und Risiken wie etwa Unfälle oder körperlich schwere Arbeiten verlieren zugunsten neuer Krankheitsbilder und eher schleichender Belastungen stark an Bedeutung. So hat besipielsweise die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychischer Erkrankungen (Depressionen, Neurosen etc.) in den letzten 10 Jahren in Deutschland um rund 40% zugenommen.

Aber nicht nur die Art der Belastungen sondern auch die Art der Beschäftigungsverhältnisse ist einem Strukturwandel unterlegen:

IT-Fachkräfte sind zumeist hoch spezialisiert und werden in Aufgabenbereichen mit sehr spezifischen Anforderungen eingesetzt. Daher ist gerade in dieser Branche der projektbezogene befristete Einsatz von Freelancern sehr beliebt. Viele IT-Betriebe holen sich auch für Führungsaufgaben gerne „frischen Wind“ in’s Unternehmen, um neue Sichtweisen, neue technologische Ansätze und innovative Dienstleistungsideen in ihr Team zu bekommen.
Auf der anderen Seite suchen sich IT-Experten für ihre persönliche berufliche Entwicklung neue Herausforderungen und neue Arbeitsinhalte durch einen Arbeitsplatzwechsel.
In der Konsequenz ist die durchschnittliche Verweildauer von IT-Mitarbeitern verglichen mit anderen Berufsgruppen ausgesprochen kurz.

Vor diesem Hintergrund und der Tatsache, dass die Belegschaften zur Zeit noch ein relativ geringes Durchschnittsalter aufweisen, spielt Prävention in der mittelständisch geprägten IT-Branche kaum eine Rolle. Selbst wenn sie aber intendiert wäre, wäre sie schwer umzusetzen, da gängige Konzepte des Arbeits- und Gesundheitsschutzes von einer Konstanz des Arbeitsverhältnisses ausgehen – also im Extrem: acht Stunden am Tage vom Berufseintritt bis zu Verrentung an einem Arbeitsplatz in einem Unternehmen. Dies ist aber in der IT eben eher die Ausnahme als die Regel.

Hinzu kommt, dass die Arbeitsbedingungen und insbesondere auch das individuelle Arbeitsverhalten von IT-Kräften gesundheitliche Probleme begünstigen.
Die Folge sind oftmals Rückenprobleme schon in jungen Jahren, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht mit den entsprechenden gesundheitlichen Konsequenzen sowie psycho-vegetatvie Störungen bis hin zum burn out.